Dienstag, 25. April 2017

April Leseupdate #2

#1 Mythos Academy 5
#2 Tote Mädchen lügen nicht
#3 Nil (Lynne Matson)
#4 Ein ganzes halbes Jahr
#5 Ewig dein
#6 Entwined
#7 Der Vorleser
(#8 A Dance with Dragons)


Ich habe den Monat in richtig guter Lesestimmung und extrem optimistisch begonnen, aber dann ist alles ein bisschen den Bach runtergegangen. Ich war krank (Salmonellenvergiftung, wirklich kein Spaß) und die Woche über gar nicht in der Lage zu lesen und danach hatte mich auch die Lust etwas verlassen. Meine "Rettung" waren dabei die Zugfahrten zur Uni, die letzte Woche wieder begonnen hat.

Freitag, 21. April 2017

Von Büchern und Zeitlosigkeit (am Beispiel Bradburys)


Ray Bradbury ist ein Name, der vielen von euch hoffentlich etwas sagt. Er ist ein Autor, der zwischen 1947 und 2006 zahlreiche Romane und wohl über 500 Kurzgeschichten veröffentlicht hat, bevor er 2012 dann leider verstorben ist.

Sein wohl bekanntester Roman ist Fahrenheit 451. Das Buch gehört zu den wichtigsten Dystopien des 20. Jahrhunderts und zeigt eine Welt, in der der Besitz von Büchern illegal ist. Diese werden von der Feuerwehr verbrannt, sollte ihre Existenz bekannt werden. Der Protagonist ist selbst Feuerwehrmann und sieht das Vorgehen als völlig natürlich an, weil das eben das ist, womit er aufgewachsen ist und was der Gesellschaft als normal und notwendig gezeigt wird. Als er ein Mädchen trifft, das sein Denken völlig ändert, sieht er ein, wie falsch die Vernichtung von Wissen ist.

Das Buch ist nicht nur damals in den 50ern relevant gewesen, sondern ist es auch heute noch (Stichwort: instagram) und das wird es auch in Zukunft noch sein. Diese Zeitlosigkeit ist etwas, was die Geschichten von Bradbury ausmacht.

Ein weiteres Beispiel sind seine Mars Chroniken. Das Buch besteht aus Kurzgeschichten, die sich alle mit der Erforschung und Besiedlung des Mars beschäftigen. In allen landen Menschen auf dem roten Planeten und von diesem Punkt aus geht es auf völlig unterschiedliche Weisen weiter. Was sie aber alle gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die Crew alles in den Sand setzt, einfach weil sie Menschen sind. Es werden verschiedene typische Charakterzüge von Menschen gezeigt, die in jeder Zeit aktuell sind und sich wohl nie ändern werden. Obwohl es sich um Science Fiction handelt, muss man deshalb zugeben, dass der Handlungsverlauf völlig realistisch ist.
Die Geschichten haben dabei trotzdem völlig unterschiedliche Stimmungen. Manche sind traurig, andere witzig, manche machen einfach nur wütend. Da alle das gleiche Thema haben und auch oft in ähnlichen Mustern verlaufen, fand ich das wirklich beeindruckend, gemeinsam mit der Fähigkeit, sich so viele verschiedene mögliche Szenarien auszudenken.

Daneben hat Bradbury aber auch eine Menge Kurzgeschichten geschrieben, die völlig unabhängig sind. Gelesen habe ich davon noch nicht viele, aber was ich bisher kenne, fand ich größtenteils super. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die gibt es ja immer und bei so vielen verschiedenen Themen kann einfach nicht immer der persönliche Geschmack getroffen werden.
Was mir aber auch dabei wieder aufgefallen ist, ist dass ich bei keiner der Geschichten einordnen könnte, wann sie geschrieben worden ist. Vielleicht sind sie aus seiner früheren Zeit, vielleicht wurden sie aber auch erst kurz vor der Veröffentlichung dieser Sammlung von 2009 geschrieben.

Das gehört zu den Faktoren, die eine gute Geschichte ausmachen. Es spielt keine Rolle, wann sie verfasst wurde, weil sie immer noch aktuell ist. Das müssen nicht immer Gesellschaftskritik oder wichtige Aussagen sein, sondern kann manchmal auch einfach nur gute Unterhaltung sein.
Viele Geschichten haben eine klare Aussage, ein klares Thema, aber andere habe ich gelesen und dachte "hä?". Vielleicht verstehen andere, was dahintersteckt, vielleicht ist die Bedeutung versteckt, vielleicht gibt es aber auch gar keine. Das mag ich aber sehr an diesem Autor und das ist auch nicht zeitlich abhängig. Es ist nicht so, dass ich vor dreißig Jahren gewusst hätte, worauf Bradbury damit hinaus möchte und dieses Wissen irgendwann verloren gegangen ist.

Wenn ein Buch zeitlos ist, spielt es keine Rolle, wann und von wem es gelesen wird. Als Leser wird man sich auch dann noch in der Geschichte wiederfinden, wenn man es 50 oder 200 Jahre nach der Veröffentlichung liest und die Themen werden auch dann noch relevant sein. Dabei muss es nicht immer um Gesellschaftskritik gehen, sondern auch mal um Beziehungen oder Familie. Manche Dinge ändern sich nie und ein guter Autor erkennt diese und bringt sie in seine Geschichten ein.

Dienstag, 18. April 2017

Happy Birthday, Jacquy's Thoughts!

Nach etwas über einer Woche Abwesenheit durch Krankheit melde ich mich heute wieder zurück und das gleich mit einem tollen Anlass. Am 11.04.2011 ging nämlich der erste Beitrag auf diesem Blog online und damit besteht er jetzt schon seit ganzen 6 Jahren und einer Woche.
Normalerweise mache ich da keinen großen Wirbel drum und auch dieses mal wird das kein Post, in dem ich seitenlang erkläre, dass ich euch liebe und mein Leben ohne das Bloggen wertlos wäre. Ein bisschen davon muss aber trotztdem sein.

Natürlich habe ich nie damit gerechnet, dass ich 6 Jahre später immer noch diesen Blog führen werde, der nur deshalb entstanden ist, weil auf Facebook damals noch ein Zeichenlimit für Beiträge existierte und mir das auf der Seite "Mein Lesetipp" nicht immer gereicht hat. Genau aus diesem Grund ist der Blog entstanden und daraus ist so viel mehr geworden. Es ist einfach Teil meines Alltags geworden und würde ich es nicht tun, würde mir mittlerweile einfach etwas fehlen. Klar macht ihr als Leser das Bloggen um einiges besser, aber ich würde es vermutlich auch sonst machen.
Trotzdem ist hier eine gute Stelle um einfach mal Danke zu sagen, Danke dass ihr mein Geschreibsel lest, auch wenn man oft merkt, dass ich es einfach nur runterschreibe und nicht groß nachdenke oder an Formulierungen feile. Danke, wenn ihr das ganze auch noch mit einem Kommentar würdigt, aber genauso Danke, wenn ihr einfach nur stiller Mitleser seid.

Okay, genug davon. Diesmal habe ich nämlich noch was im Gepäck, nämlich ein Gewinnspiel!
Beim Aufräumen sind mir ein paar Autogrammkarten begegnet, bei denen ich dachte, dass jemand anders damit sicher mehr anfangen kann. Passend zur Anzahl der Blogjahre sind es sogar sechs Autoren.


Die Bedingungen sind ganz simpel:
1. Füllt das Formular aus, in dem ihr angebt, für welche Karten ihr in den Lostopf möchtet. Dabei könnt ihr mehrere auswählen. Außerdem ist es wichtig, dass ihr eure Mail-Adresse hinterlasst, damit ich euch im Gewinnfall wegen der Versandadresse benachrichtigen kann. Diese wird sofort gelöscht, sobald ich sie nicht mehr benötige.
2. Die Gewinne werden nur innerhalb Deutschlands und als Brief verschickt. Ich übernehme keine Haftung dafür, sollten sie auf dem Postweg verloren gehen.
3. Das Gewinnspiel endet am 30.04.17 und die Gewinner werden anschließend ausgelost und benachrichtigt.


Sonntag, 9. April 2017

April Leseupdate #1

#1 Mythos Academy 5
#2 Tote Mädchen lügen nicht
#3 Nil (Lynne Matson)
#4 Ein ganzes halbes Jahr
#5 Ewig dein
#6 Entwined
#7 Der Vorleser
(#8 A Dance with Dragons)


Huhu! Aus den Tiefen der Blogs der #Litnetzwerk-Teilnehmer melde ich mich für ein kurzes Leseupdate zurück.

Mythos Academy 5 habe ich beendet und war positiv überrascht. Wo mich die letzten beiden Bände noch zu Tode genervt haben, war dieser wirklich nicht schlecht und hat es sogar knapp auf 4 Sterne gebracht. Ich habe auf jeden Fall Hoffnung für den Abschluss der Reihe und werde diesen wohl recht bald auch lesen und damit endlich mit der Reihe abschließen.

Anschließend - oder eigentlich parallel - habe ich Tote Mädchen lügen nicht gelesen. Ich kannte das Buch schon und habe festgestellt, dass sich mein Blickwinkel darauf etwas verändert hat, also was liegt da näher, als einen Beitrag darüber zu schreiben? Er hat auch schon überrascht viel Feedback erhalten (danke!) und das freut mich sehr.

Dann habe ich gleich drei der anderen Bücher begonnen.
Für eine Zugfahrt hat sich Der Vorleser perfekt geeignet und wurde gleich zur Hälfte gelesen. Die andere Hälfte ist dann am Dienstag dran, wenn es für ein paar Abgaben zur Uni geht. Ich wusste gar nicht, was mich hier erwartet und bin auch noch sehr unsicher, wie die Geschichte weitergeht, aber ich bin auf jeden Fall sehr interessiert.

Ewig dein habe ich auch begonnen und auch wenn mich einige Kleinigkeiten stören, ist es unterhaltsam und lässt sich gut lesen. Ich bin gespannt, welche Wendungen die Geschichte noch nehmen wird.

Außerdem lese ich Entwined. Es ist eine Neuerzählung von "Die 12 tanzenden Prinzessinnen" was ich nur durch den Barbie-Film kenne und dementsprechend sehr märchenhaft. Hier bin ich ebenfalls sehr gespannt, was mich noch erwartet.

Mittwoch, 5. April 2017

[Damals und heute] Tote Mädchen lügen nicht

"Tote Mädchen lügen nicht" habe ich zum ersten Mal 2011 gelesen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich es richtig gut fand und die Rezension, die zu den ersten auf meinem Blog gehörte, stimmt mir da zu. Gerade habe ich das Buch fast 6 Jahre später zum zweiten Mal beendet und möchte vergleichen, inwiefern sich meine Meinung geändert hat.


In diesem Buch geht es um Clay, der eine Schachtel mit Kassetten vor seiner Tür findet. Als er sie anhört stellt er fest, dass es Sprachaufnahmen von Hannah sind, dem Mädchen in das er verliebt war und das sich vor kurzem umgebracht hat. Auf diesen Kassetten spricht sie über die Gründe, die sie dazu gebracht haben und erklärt es den Leuten, die mit dafür verantwortlich waren.

Dass einen hierbei keine leichte und lustige Lektüre erwartet, sollte klar sein. Damals habe ich es so formuliert: Es geht total unter die Haut und regt zum nachdenken an. Hier kann ich meinem Vergangenheits-Ich völlig zustimmen. Was besonders auffällt ist, dass Gründe genannt werden, die die meisten gar nicht als Gründe erkannt hätten. Niemand in der Geschichte hat gemerkt, was Hannah durchmacht, weil es auf Außenstehende nicht so schlimm wirkt wie für sie als Betroffene. Das ist genau das, was mich damals etwas gestört hat, aber heute sehe ich das völlig anders. Zwar habe ich es in meiner Rezension nicht erwähnt, aber insgeheim fand ich die Gründe ein bisschen zu "schwach", weil sie mir gar nicht so schlimm vorkamen. Heute bin ich älter, minimal reifer und sehe die Sache eindeutig anders. Ich verstehe sie besser und verstehe auch, dass vieles davon gewisse Folgen hatte, die ich damals nicht gesehen habe. Das ist natürlich Sinn des Buches: dem Leser klarmachen, was für einen Einfluss man ständig und mit jeder seiner Entscheidungen auch auf andere Menschen hat. Selbst wenn es einem selbst nicht so vorkam, kann es doch sein, dass es jemand anderem viel mehr bedeutet als man denkt. Man sollte immer darauf achten, was man zu anderen sagt und wie man sie behandelt, denn für sie ist vielleicht nicht alles nur Spaß.

"Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Niemand von uns weiß genau, wie viel Einfluss wir auf das Leben der anderen haben. In der Regel gibt es keine konkreten Hinweise, und so machen wir einfach weiter, ohne unser Verhalten zu überdenken."         - Seite 154 

Dem zweiten Kritikpunkt kann ich allerdings immer noch zustimmen, nämlich dem, dass Clay ständig dazwischen quatscht. Wir folgen in der Geschichte Clay, der sich die Kassetten anhört und währenddessen durch die Stadt wandert und die Orte besucht, von denen die Rede ist. Dabei erfährt man natürlich auch, was er sieht und was er dabei denkt, sowie seine Reaktionen auf das Gehörte. An sich gefällt mir das, allerdings gibt es Stellen, an denen entweder seine Kommentare nicht zu Hannahs Thema passen, oder sie sind so zerstückelt, dass sie alle paar Sätze unterbrochen wird und man ein paar Worte von Clay hört, die eigentlich zusammengehören. Ich verstehe, dass so gezeigt werden soll, dass diese Dinge gleichzeitig passieren, aber das ändert nichts daran, dass ich dadurch immer wieder aus dem Lesefluss gerissen und verwirrt wurde, weil ich nachschauen musste, worauf er sich da bezieht. Das hätte man also eleganter lösen können.

Was mir sehr gefällt, ich aber damals nicht erwähnt habe, ist Hannahs Erzählweise. Sie erzählt stellenweise so trocken und mit Sarkasmus und an anderen Stellen so gefühlvoll, dass ich sie einfach mögen muss.


Fazit

Nach wie vor ein extrem wichtiges Buch, was mich bis auf eine Kleinigkeit sehr überzeugt. Heute verstehe ich es aber besser als damals mit 14 und kann deshalb nur empfehlen, es noch mal aus einer anderen Perspektive zu lesen, wenn es euch damals genauso ging.